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Digital Transformation, Research • 7 Minuten Lesedauer

Die agile Digitalagentur: Osudio goes agile - Interview

Slawa Baryshew | 29-01-2020

Zum Abschluss der Blog-Serie „Die agile Digitalagentur“ haben wir Osudio Solution Architect und Agile Coach Slawa Baryshev interviewt. Hier geht es zu Slawas Resümee, zu dem was Osudio schon erreicht hat, überwundenen Hürden, Quick Wins und einem Blick in die Zukunft.

War es schwierig, die Kollegen für die agile Transition zu begeistern?

Nun ja, Überzeugungsarbeit war und ist schon hin und wieder nötig.
Nicht allen Mitarbeitern fällt es leicht, plötzlich Entscheidungen eigenverantwortlich treffen zu müssen. Auch introvertierte Mitarbeiter haben es schwerer, sich im Team als Ganzes zu verstehen. In der Regel war bei Kollegen mit direktem Kundenkontakt die Abwehrhaltung deutlich größer. Verständlich, denn sie mussten unsere neue Denk- und Arbeitsweise auch den Kunden vermitteln.
Ebenfalls schwierig war es anfangs intern unter Kollegen mit Agilitätsgefälle. Plötzlich sprachen Kollegen unterschiedliche Sprachen und es hat eine Weile gedauert, bis wir unternehmensweit auf einem vergleichbaren agilen Stand waren. Aber sobald die ersten Erfolge spürbar wurden, stieg auch die Veränderungsbereitschaft. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sind meiner Meinung nach professionelle Agile Coaches und Scrum Master, die die Teams begleiten und einzelne Kollegen individuell unterstützen.


Welche Verbesserungen waren schnell, welche erst nach und nach spürbar?

Quick Wins entstanden beispielsweise durch die Einführung der festen Sprintzyklen – wir nennen es bei Osudio „Heart Beat“: Die häufigen, spontanen Umplanungen der Release-Inhalte hatten ein Ende und die Zuverlässigkeit stieg durch Planungen mit einem greifbaren Horizont von nur wenigen Wochen.
Die konstanten Zeitabschnitte machten Schwächen in unserer bisherigen Arbeitsweise schneller transparent, unter anderem mangelhafte Kommunikation oder Abhängigkeiten.
Etwas länger dauerten Optimierungen im Anforderungsmanagement und auch die Veränderungen von eingefahrenen Arbeitsweisen gelingen nicht von heute auf morgen, so dass Ziele wie „nachhaltige Codequalität“ deutlich mehr Zeit brauchen.


Wie groß ist die Resonanz der Kunden auf die agile Transformation?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt vor allem von der Agile Readiness des jeweiligen Kunden ab.
Am unkompliziertesten lassen sich agile Projekte natürlich mit Unternehmen umsetzen, die selbst in agilen Strukturen arbeiten oder die bereits Erfahrungen mit agilen Dienstleistern sammeln konnten. Mittlerweile arbeiten wir bereits in einigen Projekten, in denen der Kunde voll in unser Team involviert ist. Bei Kunden ohne agilen Hintergrund fehlt im Erstprojekt häufig noch die Vertrauensbasis für agile Prozesse. Im Lauf einer intensiveren Zusammenarbeit können wir dann aber meist nach und nach den Agilitätsgrad erhöhen.
 

Was waren (bzw. sind) typische Probleme und Hürden der agilen Transformation?

In der Anfangsphase habe ich es als schwierig empfunden, auf einer kleinen „agilen Insel“ nach völlig neuen Werten und Prinzipien zu arbeiten, aber sowohl innerhalb der eigenen Organisation als auch gegenüber dem Kunden noch nach klassischen Regeln reporten zu müssen. Das ist ein anstrengender Spagat zwischen klassischer und agiler Welt, der häufig mit Reibungsverlusten verbunden ist. Meines Erachtens ist deshalb eine große Hürde gefallen, als das agile Mindset und der Leitgedanke des Servant Leaderships nach und nach Teil der gesamten Unternehmenskultur wurden – abteilungsübergreifend und bis zum Management. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war, neben Führungskräftetrainings, vor allem Osudios Umstrukturierung weg von Abteilungshierarchien hin zum jetzigen Chapter-Modell.  

Um nochmals auf die Zusammenarbeit mit Kunden zurückzukommen: Wir möchten unseren Kunden helfen, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern und glauben, dass Agilität hier große Chancen bietet. In welchem Umfang agiles Arbeiten sein Potenzial in Agenturen entfalten kann, hängt auch von der Bereitschaft der Kunden ab, sich auf iterative Abläufe einzulassen.
Je stärker Kunden an Wasserfall-Projektelementen wie Spezifikationen, klassischen Abnahmeprozessen oder Festpreis-Angeboten festhalten, desto mehr geht auch ein Stück Agilität verloren. Es ist uns aber wichtig, auf Augenhöhe mit unseren Kunden zu agieren, deshalb passen wir unsere Arbeitsweise immer dem agilen Reifegrad des Unternehmens an – so agil wie möglich, so klassisch wie nötig.

Wie nahe ist Osudio der eigenen Vision einer agilen Digitalagentur?

Ich glaube, dass wir gerade im letzten Jahr einen weiteren, großen Schritt in Richtung echte, unternehmensübergreifende Agilität gemacht haben.
Alle im Unternehmen wissen worum es geht: Begeisterte Kunden, kurze Umsetzungszeiten und innovative, hochwertige Lösungen mit hoher Nutzenorientierung. Die meisten arbeiten schon agil – viele sehr gerne, manche noch etwas verunsichert.
Osudio ist in einer Stabilisierungsphase angekommen, in der das agile Mindset nachhaltig verankert wird und wir uns um das „Feintuning“ kümmern können. Wir setzen auf konsequentes Lernen, bilden unsere Mitarbeiter weiter, coachen Teams – und auch Kunden – direkt in den Projekten und stellen ein großes Set an Tools und Best Practices zur Verfügung. Natürlich gibt es an einigen Schnittstellen noch Kompromisse aber wir sehen Agilität als Prozess und möchten uns gemeinsam mit unseren Kunden organisch und gesund weiter Richtung agile Digitalagentur entwickeln.

Wir sind kontinuierlich auf der Suche nach starken Teamplayern. Bewerben Sie sich noch heute.

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Slawa Baryshew

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