Präzisionsarbeit | MMC Hartmetall auf dem Weg in die digitale Zukunft

Präzisionsarbeit | MMC Hartmetall auf dem Weg in die digitale Zukunft

19. Dezember 2017

Mirjam Debora Marschall, The Group of Analysts, im Gespräch mit

Estanislao Montesinos Gomez

Group Leader Media Team & Head of PIM-Product Information Management bei MMC Hartmetall GmbH, über die Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels

 

Tradition und moderne Geschäftsmodelle müssen im Zeitalter der Digitalisierung zu einer Symbiose verschmelzen. Für breit aufgestellte Unternehmen wird dies zum Spagat, der mit der Unterstützung erfahrener Partner erfolgreich gelingt. MMC Hartmetall GmbH ist eines der Unternehmen, die beispielhaft den Sprung in die Digitalisierung mit Einbezug aller Faktoren eines international und themenmäßig breit aufgestellten Konzerns geschafft haben. Estanislao Montesinos Gomez, Group Leader Media Team & Head of PIM-Product Information Management, im Gespräch über das Erfolgsrezept des Unternehmens, die Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels sowie über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Osudio. 

 

Sie vertreiben seit über 30 Jahren Präzisionswerkzeuge und Komplettlösungen in den verschiedensten Branchen, die von der Raumfahrt bis zur Medizintechnik reichen. Worauf basiert Ihr Erfolg?

Der Erfolg des Unternehmens basiert auf mehreren verschiedenen Säulen: innovative und effektive Produkte, höchste Qualität und Präzision, professionelle Beratung der Kunden sowie der im Haus vollständig angesiedelte Produktionsprozess vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Natürlich zählen dazu auch das marktnahe Operieren sowie die stetige Nähe zum Kunden.

Welchen Herausforderungen muss sich Ihr Unternehmen hinsichtlich des digitalen Wandels in den einzelnen Branchen stellen? Und wie meistern Sie diese?

Der digitale Wandel stellt viele Branchen vor neue Herausforderungen – uns miteingeschlossen. Besonders in Bezug auf die Information Supply Chain musste ein Umdenken geschehen. Maschinen inklusive der einzusetzenden Zerspanungswerkzeuge sowie die gesamte Peripherie innerhalb der Fertigungsstrecke werden smart und sind komplett miteinander vernetzt. Da es aktuell keine einheitlichen oder allgemeingültigen Datenstandards gibt, auf welche man Datenmodelle mappen kann, bedeutet dies einen hohen Arbeitsaufwand für die gesamte Branche. Betrachtet man zudem das Volumen an den neu zu erfassenden Daten, steht man schnell vor der nächsten Herausforderung innerhalb der Organisation. Wo und an welcher Stelle im Organigramm finden die Analyse, Pflege, Transformation und Verarbeitung zu einem Business Value statt? Gehören solche Daten oder auch nur einzelne Datensegmente in das PIM-System oder werden neue, andere Systeme benötigt? 

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die verschiedenen Wünsche und Erwartungen der Kunden in den einzelnen Branchen? 

Daten werden im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger und gewinnen stetig an Bedeutung. Kunden erwarten aktuelle Daten in passenden Formaten in Echtzeit und on Demand. Im Rahmen von E-Procurement oder Engineering-Maßnahmen werden stetig mehr Daten angefordert. Dies wirkt sich logischerweise stark auf die jeweiligen Anforderungen der Datenpflegeseite aus. Denn Systeme und Datenbanken werden immer größer und komplexer. Durch die zunehmende Digitalisierung in der Fertigung werden neue Systeme an die Information Supply Chain angeschlossen, welche die Prozesse messen und bestenfalls sogar optimieren können. Das Wachstum der Datensegmente nimmt also weiter zu. Das Volumen sowie die Komplexität sollten nicht unterschätzt werden. In Bezug auf Industrie 4.0 können hier schnell mehrere tausend neue Attribute entstehen. Einige davon können sprachabhängig sein oder müssen zu Datasets aggregiert werden. All diese Daten müssen gelesen, transformiert, gepflegt, vorgehalten, analysiert und anschließend ausgeleitet werden können, um die Erwartungen der einzelnen Branchen zu erfüllen. Natürlich muss dies mit großer Geschwindigkeit, Präzision und hoher Qualität ablaufen.

In Zusammenarbeit mit Osudio haben Sie einen wichtigen Schritt zur Digitalisierung und zu einer zentralen Datenverwaltung gemacht. Wie kam diese Kooperation zustande?

Für unser PIM-Projekt waren wir zunächst auf der Suche nach einem erfahrenen und kompetenten Berater und Implementierungspartner in einem, damit wir auch über das Thema PIM hinaus aus einer Hand beraten werden können. Neben den typischen technischen Anforderungen war auch die Teamstruktur ein enorm wichtiger Entscheidungsfaktor für uns, denn am Ende arbeiten immer noch Menschen zusammen. Osudio hat sich in unserem Auswahlverfahren mit drei Anbietern schlussendlich merkbar durchgesetzt. Entscheidend waren neben der Vor-Ort-Präsentation in unserem Haus die Teamstruktur und die positive Kundenrezession eines Geschäftspartners von MMC, der bereits seit circa fünf Jahren mit Osudio im Bereich PIM zusammenarbeitet.

Welche Bedingungen existieren für dieses gemeinsame Projekt? Welche Herausforderungen galt es, gemeinsam zu lösen? 

Da wir bis zu dem Zeitpunkt über kein PIM-System verfügten, galt es zunächst, die gesamten Businessprozesse zu erfassen und diese auf das PIM-System zu transferieren. Zusätzlich musste im Vorfeld das gesamte MMC-Projektteam, welches als internes Start-up aus Mitgliedern verschiedener Abteilungen zu verstehen ist, ein Enablement durchführen. Dort wurden Attribute, Mappings, ETL, Single Line Text und weitere Begrifflichkeiten erklärt und definiert, damit alle auf dem gleichen Level starteten. Für die Implementierung unseres PIM-Systems einigten wir uns mit Osudio auf die zentrale Bedingung einer agilen Vorgehensweise. Dazu haben wir zunächst den gesamten Scope des Projektes skizziert und uns anschließend darauf verständigt, mit einem reduzierten Scope 1 zu starten. Somit teilt sich das Projekt in mehrere Stufen auf. Klarer Vorteil dabei ist der schnelle Erfolg und der sofort messbare Business Value. Eine weitere erwähnenswerte Bedingung für unser Vorhaben war die komplette Dokumentation des Projektes in englischer Sprache, damit unser Headquarter in Japan zu jederzeit Einsicht nehmen kann. 

Welche Faktoren müssen bei der Anwendung der verschiedenen Lösungen beachtet werden?

Auch wenn wir uns in Scope 1 auf einen reduzierten Lösungsumfang beschränkten, mussten wir immer die Gesamtlösung im Blick behalten, damit nicht unnötigerweise zweimal an einem „Building Block“ gearbeitet wird. Jeder Bereich einer PIM-Implementierung lässt sich in ein Modul verpacken und wird nach „Best Practise“ herangezogen. Dies ist unabhängig davon, ob es um einen reinen Beratungsansatz oder um eine technische Umsetzung im Tool geht. Weitere Faktoren sind alle angebundenen Systeme, beispielsweise ein eigens im Haus entwickeltes ERP-System oder auch ein PLM/PDM-System auf der Entwicklungs- und Produktionsseite.

Welche Meilensteine wollen Sie langfristig mit Unterstützung von Osudio erreichen?

Das PIM/MAM-System von Contentserv ist für uns neben der Datenerfassung, Datenpflege und den angeschlossenen Datenausleitungsprozessen das Fundament für ein künftiges E-Commerce-Shopsystem. Der Schlüssel hierfür sind konsistente und fein granulare Produktinformationen in hoher Datenqualität in allen Channels. Ohne diese Key-Attribute werden wir einer zufriedenstellenden Customer Experience, egal in welchem Channel, niemals gerecht. Erwartet wird der richtige Inhalt, im richtigen Kontext, zur richtigen Zeit und im korrekten Format.

Welche Optionen hat man, um den Erfolg des Systems zu messen?

Für PIM/MAM-Systeme gibt es bereits verschiedene Möglichkeiten einer ROI-Analyse. Zu Beginn unserer PIM/MAM-Evaluierung war dies durchaus auch ein Bereich, mit dem wir uns beschäftigt haben. Aktuelle und somit wichtigste Key-Faktoren für uns sind ganz klar: Reduzierung von Time-to-Market, Datenqualität, Akzeptanz bei den Key-Usern, schnelle Datenintegration, erfolgreiche Datenausleitungen in die jeweiligen Channels und generelle Einsparungen durch eine zentrale Datenpflege im PIM. Die angebotene Lösung von Contentserv bietet bereits im Standard diverse Möglichkeiten zur Analyse der oben genannten Kriterien.

Welche Visionen haben Sie für MMC Hartmetall? 

Wir wollen effizient Innovationen über unabhängige Kanäle schneller an den Kunden bringen. Hierzu und für die Information Supply Chain benötigen wir ein starkes sowie agiles, voll integriertes PIM/MAM-System als Fundament für unsere Systemlandschaft und Prozesse.
 

Estanislao Montesinos Gomez

Estanislao Montesinos Gomez ist gelernter Großhandelskaufmann und seit 18 Jahren bei MMC Hartmetall GmbH tätig. Er leitet die Medienproduktion des European Commercial Marketings und ist ebenfalls als Product Owner für das PIM/MAM-System zuständig. Im Lauf seiner Karriere hat er im Marketing umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen Sourcing, Product-Management, Public Relation, Translation Management, Pricing und Media Production gesammelt. 

 

Hersteller
Osudio unterstützt seine Kunden, ihre B2B- und B2C-Kunden im Rahmen eines nahtlosen Kauferlebnisses über alle Vertriebskanäle hinweg zu erreichen. Durch das langjährige Know-how im Produktinformationsmanagement (PIM) gestaltet Osudio die richtigen Grundlagen für eine Omnichannel-Präsenz, die auch Print mit einschließt. So entsteht eine E-Commerce-Lösung, die das optimale Markenerlebnis schafft und dadurch Umsatzsteigerungen ermöglicht.

 

Kunde

MMC Hartmetall GmbH
marketing@mmchg.de
MMC Hartmetall

Dieser Artikel wurde am 19.12.2017 auf thegroupofanalysts.com veröffentlicht / This article was published on 19th December 2017 on  thegroupofanalysts.com. Picture credit: MMC Hartmetall.


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