Osudio e-business Prokom über TomTom

Ein Interview mit Osudio Kunde TomTom

7. Dezember 2016

WEGWEISER

Was Verkehrsinformationen in Zukunft leisten

 

Aus der Q4/2016 Ausgabe des Produktkulturmagazin von THOMAS LUCAS-NÜLLE

TomTom ist marktführend bei der Bereitstellung von Verkehrsservices und -produkten rund um den Globus. Mit einer Reichweite von über 47 Ländern zielen die Dienstleistungen der Firma darauf ab, das Reisen für Autofahrer sicherer und schneller zu machen. Doch obwohl das Portfolio des Unternehmens einen starken Fokus auf Nutzer und Fahrer legt, hilft es auch den öffentlichen Diensten, denn oftmals sind es Behörden, die die Verantwortung für tragfähige Verkehrsströme und eine effiziente Nutzung der Infrastruktur tragen, da das Thema Verkehr eng mit den Bereichen Handel und Volkswirtschaften einhergeht. Doch mit zunehmender Geschwindigkeit entstehen neue Optionen. Wir haben mit Nick Cohn, Senior Traffic Expert bei TomTom, darüber gesprochen, wie intelligentes Verkehrsmanagement in naher Zukunft aussehen wird.

Nick, in welcher Form und in welchem Umfang stehen uns heutzutage Verkehrsinformationen zur Verfügung? Was ist der Status quo?

Nach einem Jahrzehnt des explosiven Wachstums und der Innovation steht der Öffentlichkeit eine Fülle von Verkehrsinformationen zur Verfügung. Traditionelle Quellen wie Informationen von Straßenverkehrsbehörden und Automobilclubs existieren zwar nach wie vor, aber sie wurden ins 21. Jahrhundert übertragen, indem man sie mit dem Internet, Medien- und Smartphone-Kanälen verbunden  hat. 2008 war TomTom die erste Firma, die Echtzeit-Verkehrsinformationen in tragbare Navigationsgeräte integriert hat. Jetzt gibt es die Verkehrsupdates auch auf in-dash-Systemen und auf angeschlossenen Geräten wie Smartphones und Tablets. Damit ist mittlerweile nicht nur ist die Verfügbarkeit weit verbreitet, auch die Qualität und die Abdeckung von Verkehrsinfos haben sich drastisch verbessert. Wir bieten zum Beispiel nun auch Echtzeit-Traffic-Informationen in 52 Ländern und auf allen Straßen mit erheblichem Verkehrsaufkommen an. Vor zehn Jahren sah die Situation noch so aus, dass Verkehrsinformationen nur für Teile der Autobahn beziehungsweise Autobahnnetze nur in einer Handvoll von Ländern zur Verfügung standen. »

Was steckt hinter dem Begriff Floating Car Data?

Floating Car Data bedeutet GPS-Informationen in Echt- beziehungsweise nahezu in Echtzeit aus Fahrzeugen heraus zu erhalten, die sich im Straßennetz bewegen. Diese Art von Informationssammlung ist durch zwei technologische Innovationen möglich geworden: die breite kommerzielle Nutzung von GPS und Zwei-Wege-Konnektivität, bei der Informationen sowohl den Fahrern zur Verfügung gestellt, aber auch von den Fahrzeugen in die Cloud hochgeladen werden.

Warum steigt die Bedeutung von FCD mit zunehmender Zahl vernetzter Autos?

Die Qualität der FCD steigt mit der wachsenden Zahl der angeschlossenen Autos. Gleichzeitig wird die Anzahl der Fahrer, die von FCD-basierten Daten profitieren können, erhöht. Dies bedeutet, dass man anschließend stärker auf Staus einwirken kann, wenn man Fahrer über die Verkehrslage auf Basis von Echtzeit-FCD informieren kann.

Wie lassen sich Verkehrsinformationen künftig zu einem effizienten Traffic Management-System bündeln und transformieren? Aus welchen Bausteinen besteht ein solches System?

Diese Transformation geschieht bereits. Zum einen, weil mehr und mehr Fahrzeuge verbunden sind – zum anderen, weil Smartphones allgegenwärtig und ebenso miteinander verbunden sind. Damit realisieren wir einen umfassenden Überblick über die aktuelle Verkehrssituation. Wir können auch eine viel genauere Vorhersage von Verkehrsbedingungen machen, nicht nur für Fahrer, sondern für Straßenverkehrsbehörden für die aktive und effektivere Verkehrslenkung und die Verringerung von Zeitverlusten. FCD kann (und ist in vielen Fällen bereits) mit anderen bestehenden Quellen wie dem Verkehrssignalzustand, Straßensensordaten und Wetterinformationen verbunden. So viele der erforderlichen Komponenten existieren bereits. Die fehlenden haben mit der Verknüpfung aller bestehenden Datenquellen und Management-Systeme auf eine kohärente und effiziente Art und Weise zu tun, sodass die in-dash-Informationen, die ein Fahrer sieht, dieselbe Information ist, die das Traffic Management-Team der Straßenbehörde hat oder jemand, der per Smartphone eine Reiseentscheidung trifft. TomTom teilt sich den Vorsitz der Ertico-Plattform zu eben diesem Thema, dem sogenannten Traffic Management 2.0 (TM 2.0), wo wir mit Automobil- und Signalsystemherstellern, Integratoren, Behörden und anderen Dienstleistern zusammenarbeiten. Letztlich müssen wir ein nahtloses Mobilitätsinformationssystem schaffen, das den Reisenden eine wirklich optimale Auswahl bietet, die verfügbare Infrastruktur und Kapazität bestmöglich nutzt und einen Mehrwert für die Wirtschaft und die Lebensqualität schafft.

Wie ist dazu der derzeitige Entwicklungsstand? Wie konkret ist man bereits an der Planung beziehungsweise Umsetzung weiterer Milestones?

Ich glaube, es gibt mehrere parallele Spuren, die alle ziemlich ungeplant konvergieren. Die Automobilhersteller, deren Lieferanten sowie Smartphonehersteller drängen auf neue, qualitativ hochwertige Dienstleistungen. Regierungen passen  bestehende  Systeme an  und modernisieren diese. Aber die Antwort der Industrie und der Regierungen entwickelt sich weiter, Rollen verändern sich. In den Niederlanden hat die Regierung beispielsweise beschlossen, auf Hardware- Erkennungssysteme in den Fahrbahnen zu verzichten und stattdessen stärker Daten des privaten Sektors zu nutzen. Schließlich beeinflussen Innovatoren wie Uber auch die Richtung des Wandels. Zudem verändert ebenso die Öffentlichkeit ihr Verhalten und wird wesentlich anspruchsvoller, nicht nur in Bezug auf Informationen, sondern auch hinsichtlich der Reiseoptionen. Am Ende werden es die Nutzer sein, die bestimmen, wie sich das System entwickelt.

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die TM 2.0 Ertico Innovationsplattform? Was muss man sich darunter vorstellen?

Wie bereits beschrieben, geht es bei TM 2.0 ausdrücklich um die Art der Kooperation und Integration, die es braucht, um Mobilität in einer umfassenden und effizienten Art und Weise zu verbessern. Die Plattform nimmt auf drei Arten Einfluss. Wir haben zum einen Beispielprojekte in Städten in ganz Europa gestartet, die in einer transparenten Art und Weise zeigen, wie Integration und Zusammenarbeit von Systemen der Regierung und der Industrie funktionieren können. Daneben prüfen und diskutieren wir neue Geschäftsmodelle, die sich aus der Entwicklung der Mobilität ergeben, denn wenn sich Rollen ändern, braucht es Geschäftsmodelle, die schnelle Innovation und effiziente, neue Verkehrsmanagementsysteme gewährleisten. Der dritte Punkt ist, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass kooperative Systeme heute nicht nur möglich, sondern wünschenswert sind für Öffentlichkeit, Unternehmen und Regierung.

Welchen Einfluss hat dieses Bündnis auf das Traffic Management der Zukunft?

Die Wirkung ist schwer zu messen. Im Wesentlichen zeigt die TM 2.0-Plattform aktuelle Veränderungen und mögliche Modelle sehr explizit und transparent. Vielleicht kommen einige der größten Vorteile durch neue Allianzen, die durch die Diskussionen auf der Plattform, den Austausch von Informationen und verwandten Projekten sowie Veranstaltungen entstehen. Das Konzept der TM 2.0 ist so logisch, dass die Diskussionen und geförderte Beispielprojekte schließlich ein Eigenleben führen.

Anfang September haben Sie in Amsterdam das neue TomTom Traffic Center eröffnet. Was steckt dahinter?

Das TomTom Traffic Center in Amsterdam ist ein Portal, welches in unser Verkehrsinformationssystem mündet. Es stellt 52 Ländern Echtzeit-Informationen für TomTom- Navigationsgeräte, in-dash-Systeme in Automobilen, Smartphones, Flotten-Geräte, viele Regierungsbehörden und unzählige andere Benutzer zur Verfügung. Die Idee ist, Studenten, der breiten Öffentlichkeit und sogar unserem eigenen, wachsenden TomTom-Team einen Einblick zu geben, wie wir unsere Verkehrsinformationen erzeugen und weitergeben.

Wie eng ist diesbezüglich die Zusammenarbeit mit der niederländischen Regierung?

Zwischen unserem Traffic Center und der niederländischen Regierung selbst besteht keine direkte Zusammenarbeit, wir haben aber zusammen mit der Regierung an Projekten gearbeitet, die Verkehrsinformationen und eine bessere Nutzung der Straßeninfrastruktur beinhalten. Denn Tom- Tom und das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Umwelt haben ein gemeinsames Ziel: Innovation zu nutzen, um Verkehrsstaus und Verzögerungen zu verringern, Mobilität zu verbessern und die Zukunft des automatisierten Fahrens vorzubereiten. Es ist diese gemeinsame Vision, die Ministerin Schultz van Haegen dazu bewegt hat, unser Traffic Center zu eröffnen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Mobilität? Mit welchen Szenarien können Sie als Experte heute schon rechnen?

Ich sehe Menschen noch mobiler werden, als sie es heute schon sind. Ich denke außerdem, dass die Mobilität wesentlich flexibler und sehr viel zuverlässiger sein wird, als sie jetzt ist. Es wird viel über eine neue Generation diskutiert, die weniger geneigt ist, ein Auto zu kaufen, als frühere Generationen. Das bedeutet aber nicht, dass sie bereit ist, weniger mobil oder geduldiger hinsichtlich unzuverlässiger Fahrzeiten zu sein. Im Gegenteil, ich glaube, dass wir als Gesellschaft nach neuen Wegen suchen müssen, mobil zu sein, und dass wir noch häufiger unterwegs sein werden. Das bedeutet, dass ein wirklich integriertes und wirksames System On-Demand-Dienste, geteilte Fahrzeuge, Fahrräder, öffentliche Verkehrsmittel und auch eigene Fahrzeuge kombinieren muss. Die Menschen werden mehr zu Fuß gehen und sich dabei multimodal fortbewegen. Öffentliche Verkehrsmittel werden in den kommenden Jahren mit großen Herausforderungen konfrontiert werden und sich schneller als je zuvor anpassen müssen. Die Suche nach dem besten Weg ans Ziel und damit Wegführung wird viel einheitlicher und personalisierter, aber auch viel intuitiver sein und in einer Weise in unser tägliches Leben einließen, die natürlich und leicht ist.

tomtom.com

 

NICK COHN

Nick Cohn ist Senior Traffic Expert bei TomTom und berät Unter- nehmen, Regierungen und Entscheidungsträger bei neuen Lösungen für die globalen Herausforderungen des Verkehrsstaus. Eine seiner Aufgaben ist es, Straßenverkehrsbehörden und anderen Mobilitätspartnern beim Übergang von traditionellen zu modernen Methoden des Verkehrsmanagements zu helfen, die sowohl die Daten von Sonden als auch die Connectivity der Reisenden nutzen. Gegenwärtig konzentriert er sich darauf, Städte zu beraten, wie sie Big Data und neue Technologien zur Verbesserung der Mobilität nutzen können.

 

DIGITALE  TRANSFORMATION

Kurzporträt Osudio

Technologie verändert die Art, wie wir Produkte kaufen und verkaufen. Osudio verhilft Unternehmen zu Erfolg in der Welt des E-Business, die ständigen Veränderungen unterworfen ist. Wir sind Unternehmer im Herzen und übersetzen die komplexen Anforderungen des E-Business in leicht zu nutzende Online-Lernumgebungen. Aufgrund unserer Erfahrung im E- Business seit den Neunzigerjahren wissen wir, was funktioniert, was nicht funktioniert und was Wachstum bewirkt. Mithilfe von Osudio erreichen Sie B2B-Kunden ebenso wie B2C-Kunden mit einem nahtlosen Service auf jedem Kanal, auf dem diese aktiv sind. Unsere Aufgabe sind die Menschen und deren Umgang mit Technologie. Deshalb legen wir auch besonderen Wert auf Kenntnisse in UX und digitaler Kommunikation. Wir suchen laufend den richtigen Mittelweg zwischen innovativer Anwenderfreundlichkeit und robuster Technologie. Osudio hilft dem Kunden, anwenderfreundliche Umgebungen zu entwickeln, welche die Käufer leicht zu digitalen Transaktionen oder dem herkömmlichen Handel leiten. Wir bieten ein umfassendes Angebot an Dienstleistungen wie  digitale  Strategie  und  Beratung, User  Experience Design,  Tätigkeiten in E-Business und IT-Dienstleistungen. So unterstützte Osudio in den vergangenen 20 Jahren die größten Unternehmen in Europa bei der Entwicklung ihres Geschäftsmodells, um ihnen einen Platz in der ersten Reihe zu sichern. Stillstand ist für unsere Kunden keine Option. Unsere Aufgabe ist es, ihr Vertrauen zu gewinnen, eine haltbare Partnerschaft aufzubauen und ihnen zu helfen, voranzuschreiten. Um dieses wahr werden zu lassen, müssen wir eine Atmosphäre schaffen, in der Erfolg möglich ist. Eine Atmosphäre, in der wir gradlinig, offen und ehrlich miteinander umgehen. Eine Atmosphäre, in der Leidenschaft, Kreativität und Innovation Bestand haben. Genau das können Sie bei Osudio erwarten.

Unsere Referenzen

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OSUDIO UND TOMTOM

Für ein erfolgreiches Verbraucher-Engagement hat TomTom einen sogenannten Single Point of Truth (SPOT) erstellt, an dem alle Produktinformationen zusammenlaufen. Die von Osudio implementierte PIM-Lösung versammelt alle Informationen, die sich gegenwärtig auf verschiedene Systeme verteilen, in einem zuverlässigen, zentralen Repositorium. Dies erhöht unter anderem die Markenkonsistenz, reduziert die Fehlerwahrscheinlichkeit oder die Duplizierung von Informationen und ermöglicht ein konsistentes Messaging.


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