Rich Product Data - Wenn Ihr Erfolg in den Händen Ihrer Lieferanten liegt

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Rich Product Data - Wenn Ihr Erfolg in den Händen Ihrer Lieferanten liegt

Mehr als 90% jeder E-Commerce-Site besteht aus Produktinformationen. Durch die Synchronisierung von Produktdaten wird daher die gesamte Lieferkette verbessert. Kein Wunder, dass immer mehr Branchen Standards für die Klassifizierung und Zusammenarbeit bei der Verteilung über Datenpools einführen. Da Ihre Lieferanten in der Regel immer die besten und aktuellsten Produktdaten besitzen ist die Lieferantenanbindung von entscheidender Bedeutung. Ein Datenpool überträgt die Produktdaten nach einheitlichen Regeln und Standards an angeschlossene Einzelhändler:

 

  • ETIM: Eine standardisierte Artikelklassifizierung für den Installationsbereich, den Bausektor und den maritimen Bereich. ETIM steht für „European Technical Information Model“ und wird seit 2006 international eingesetzt.
  • 2BA: Der neutrale Datenpool für Handels- und Produktdaten in der niederländischen Installationsbranche. Hersteller, Importeure, Großhändler, aber auch Installateure können sich an 2BA wenden, um Informationen mit der zentralen Datenbank auszutauschen. Dieser Austausch erfolgt über einheitliche Bestände, die in der Branche nach den Standards des Bau-und Installationskettenstandards (also der ETIM-Klassifikation) bestimmt werden.
  • EZ-base: Anbieter von angereicherten Daten für die europäische Eisenindustrie. EZ-base ist die branchenspezifische Datenbank für die Eisenindustrie mit einheitlichen, umfangreichen Artikelinformationen für verschiedene kommerzielle Zwecke.
  • PS in FOODservice: Anbieter von angereicherten Daten für den Lebensmittelsektor, einschließlich Alkohol und Non-Food. PS in FOODservice positioniert sich als zentrale Anlaufstelle für transparente Produktinformationen von Produzenten, Landwirten und Gärtnern.  
  • BAB: Der niederländische Verband der Bau- und Infrastrukturunternehmen (BAB) zielt darauf ab, Produkt- und Handelsinformationen für Kalkulationen und Transaktionen in der Bauwirtschaftskette zu vereinheitlichen. BAB ist nicht als unabhängiges System gedacht, sondern versteht sich als Bindeglied zwischen bestehenden Initiativen und Akteuren beim digitalen Datenaustausch.
  • GS1: Datenstandard und Klassifizierung für Einzelhandel, Gesundheitswesen, Lebensmittel und Heimwerkerbedarf (einschließlich Garteneinzelhandel). GS1 (Global Standards One) ist ein globales Unternehmen, das auf die Entwicklung und Umsetzung von Standards im Bereich der elektronischen Kommunikation zwischen Unternehmen spezialisiert ist. Neben Barcodes und Standard-EDI-Nachrichten konzentriert sich GS1 auf die globale Produktklassifizierung, um die Struktur der Produktinformationen zu standardisieren. Über das GSDN-System werden bereits mehr als 28 Millionen Produktdatensätze gemeinsam genutzt.

Herausforderungen bei der Beschaffung von Produktdaten

Wenn für Ihre Branche kein Datenpool zur Verfügung steht oder Ihr Hauptlieferant noch nicht angeschlossen ist, müssen Sie Produktdaten direkt beziehen.
Da Produktdaten bekanntermaßen komplex, nicht standardisiert und unvorhersehbar sind, kann das Produktmanagement zu einem echten Engpass werden. Es kann vorkommen, dass Daten fehlen, dass sie ungültig, inkonsistent und mehrere Jahre alt sind. Dies spiegelt eine Praxis wider, bei der externe Quellen nicht geprüft und interne Quellen aus alten Systemen gespeist werden.
Die daraus resultierenden Produktstammdaten sind fragmentiert und unvollständig. Das macht es schwierig, akkurate Bestandsberichte zu erhalten, Ausgaben für Lieferanten zu konsolidieren oder zuverlässige Antworten auf geschäftliche Fragen zu finden. Die gesamte Informationslieferkette ist betroffen, was einen optimalen E-Commerce unmöglich macht.

Der erste Schritt, um dieses Problem zu beheben, ist die Verwendung einer einzigen Datenquelle, der Single Source of Truth, von der aus Sie gültige Produktinformationen im gesamten Unternehmen synchronisieren können.


Produktinformationsmanagement

Es empfiehlt sich die Nutzung eines Produktinformationsmanagement-Systems (PIM), das als umfassende und alleinige Sammelstelle für die Erfassung, Verwaltung, Anreicherung und Verteilung Ihrer Produktinformationen dient. PIM übernimmt Daten aus beliebigen Datenquellen, wie z. B. Flatfiles von Ihrem Lieferanten oder aus Ihrem eigenen ERP.
Sie definieren und bereinigen die zu verwendenden Daten und legen Prioritäten zwischen verschiedenen Datenquellen fest. Anschließend reichern Sie die Produktdaten mit technischen oder verbraucherrelevanten Informationen an, klassifizieren die Produkte und überprüfen die Datenqualität. Das PIM leitet Ihre Produktdaten im erforderlichen Format in die verschiedenen Vertriebskanäle aus. Bei der internen Beschaffung bietet das PIM-System zahlreiche Möglichkeiten der Anbindung, wie Plug-and-Play-Integrationen, APIs oder über einen Enterprise Service Bus (ESB). Die eigentliche Herausforderung ist die Anbindung Ihrer Lieferanten.


Die Anbindung Ihrer Lieferanten – 5 wichtige Tipps

Lieferanten werden heutzutage eher als strategische Partner betrachtet. Durch eine enge Zusammenarbeit können Sie Kosten reduzieren, Risiken mindern, Innovationen einführen und Ihre Produkte schneller auf den Markt bringen. Der Ausgangspunkt dafür sind hochwertige Produktdaten. Ihre Lieferanten sollten in der Lage sein, ihre Produktkataloge einfach, flexibel und an ihre spezifische Situation angepasst hochzuladen und zu aktualisieren. Typischerweise wird dazu ein Lieferantenportal genutzt: Eine webbasierte Schnittstelle, über die Lieferanten eine geplante Batch-Integration mit ihren bestehenden Systemen aufsetzen und ihre Datenfelder definieren können.
So kann beispielsweise im Installationsbereich ein Lieferant Rohre als fünf Meter lange Stücke einzeln verkaufen, während ein anderer Lieferant Rohre nach Metern und mit fünf Metern als Mindestabnahmeeinheit verkauft.

Je nach Markt und bestehenden Systemen kann die Lieferantenanbindung sehr aufwendig sein. Hier sind fünf wichtige Tipps:

  1. Hegen und pflegen Sie Ihre Lieferantenbeziehungen. Sehen beide Seiten den großen Mehrwert einer langfristigen Zusammenarbeit?
  2. Berücksichtigen Sie die Fähigkeiten und Bemühungen Ihres Lieferanten, die von Ihnen benötigte Produktdatenqualität zu liefern. Ist dieser Lieferant der richtige Partner, der Ihre E-Commerce-Ziele unterstützt? Teilt Ihr Lieferant Ihre Vorstellungen von Produktdaten? Ist er bereit, sich festzulegen?
  3. Erwägen Sie, Ihren Lieferanten zusätzliche Anreize zu bieten. Je nach Produktdatenqualität können Sie ihn mit höheren Margen belohnen oder bei mangelhafter Datenqualität mit geringeren Margen einen Mehraufwand ausgleichen.
  4. Entwickeln Sie gemeinsam eine Produktdaten-Roadmap. Wo stehen Sie und was wollen Sie erreichen? Ist Ihr Lieferant  bereit, sich zu den nötigen Schritten zu verpflichten?
  5. Behalten Sie den Überblick über die Entwicklungen und Anforderungen in Ihrem Markt. Welche Daten sind „nice to have“, welche sind unverzichtbar geworden? Gibt es in Ihrem Markt eine Initiative zum Datenpooling?

In diesem Blog haben wir erläutert, warum Rich Product Data wichtig sind. Nutzt Ihr Unternehmen bereits das ganze Potential?

Wenn Sie tiefer ins Thema einsteigen möchten, lassen Sie sich gerne von uns beraten

 

Vielleicht interessiert Sie vorab auch unser Whitepaper „E-Commerce-Lösungen für die Fertigungs-Industrie“. 
 

 


CCO Osudio

Ihre Frage an Victor Terpstra


4. April 2019

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